Manu Delago (Björk, Cinematic Orchestra, Anoushka Shankar) veröffentlicht am 7. September 2018
seinen neuen Film ‚Parasol Peak‘ und das gleichnamige Album dazu auf One Little Indian Records.

Parasol Peak from One Little Indian Records on Vimeo.

 

Der Musiker und Komponist hat sich gemeinsam mit 6 weiteren Musikern, einer Film- und Audio-Crew auf eine Bergexpedition durch die Tiroler Alpen begeben und dort an mehreren Locations und in verschiedenen Höhenlagen insgesamt acht Musikstücke zu einem Gesamtkunstwerk aus Berg- und Musikfilm zusammengefügt.

Erste große internationale Aufmerksamkeit erlangte Delago, als ihn die isländische Künstlerin Björk 2011 ins Studio einlud und er mit ihr gemeinsam auf Welttour ging. Er ist seitdem nicht nur fixe Größe in ihrer Liveband, sondern konzertierte über die letzten Jahre auch mit The Cinematic Orchestra, Ólafur Arnalds und trat als Solist des London Symphony Orchestra auf. Für seine Arbeit auf Anoushka Shankar’s Album Land of Gold erntete er eine Grammy-Nominierung.

Neben dieser Vielzahl an Kollaborationen veröffentlichte er seine eigenen Alben ‚Metromonk‘, ‚Silver Kobalt‘ und ‚Bigger Than Home‘ und tourte mit seiner Band mehrmals rund um die Welt.

Lange und intensive Konzertreisen, die viele Zeit im Studio und schlussendlich vor allem die große Anziehungskraft der Berge inspirierten Manu Delago, neue Stücke abseits der üblichen Herangehensweisen und im Einklang mit der Natur zu komponieren und diese auch vor Ort, mitten in den Alpen und auf rein akustischen Instrumenten zu performen.
„Akustische Instrumente bestehen seit tausenden von Jahren, und die natürliche Umgebung war für mich eine Möglichkeit perkussive Soundquellen in die Musik einfließen zu lassen“, erzählt Delago, der nicht nur Bäume, Wasser oder Steine sondern zB auch die Kletterausrüstungen der Musiker zu Musik werden ließ.

„Generell lasse ich mich gerne von Einschränkungen inspirieren und bei Parasol Peak war ich personell auf ein Septett beschränkt und mit den Begebenheiten der unterschiedlichen Locations konfrontiert, die das Komponieren und das Zusammenspiel beeinflussten. Zum Beispiel waren wir auf einem Klettersteig komplett vertikal aufgestellt und hatten keinen Blickkontakt. Nebenbei war es ganz gut darauf zu achten, nicht abzustürzen.“

Regisseur und Produzent Johannes Aitzetmüller dreht die meiste Zeit in den Bergen, aber auch ihm stellten sich bei diesem besonderen Projekt gleich mehrere Fragen: „War sich auch die gesamte Crew der außergewöhnlichen Umstände in hohen Lagen bewusst? Wie lange können wir an einer Location drehen?

Vor jedem Dreh galt es zuerst einen Aufstieg zu bewältigen und die Locations audio- und filmtechnisch vorzubereiten. Die Wetterbedingungen ließen oft nicht mehr als zwei Takes zu, da sich die Instrumente verstimmten oder aufgrund der tiefen Temperaturen nicht mehr zu bespielen waren. Starker und eisiger Wind trug seinen Teil dazu bei. Tontechniker Michael Reisigl musste in meist felsigem Gelände unzählige Kabel verlegen, um Aufnahmegeräte und Mikrofone zu verbinden. Am Ende sollte auch der Dreh gleich perfekt sein – eine weitere Möglichkeit an eine Location zurückzukommen gab es nicht.“

Die grenzwertigen Umstände ließen für Manu Delago manche Zweifel aufkommen. „Physische Grenzen und Ängste waren in der Gruppe spürbar“, erzählt er, „aber es machte auch das gemeinsame Musizieren noch emotionaler.“ Ein für den Spätsommer untypischer Kälteeinbruch und ergiebiger Schneefall trug seinen Teil dazu bei, dass die Expedition musikalisch eine noch größere Herausforderung wurde.

„Es gab einige Momente wo der ein oder andere am liebsten umdrehen wollte. Aber da auch klar war, dass dieses Projekt nur in der gesamten Gruppe funktionieren konnte, war der gegenseitige Support um so größer. So half man sich untereinander beim Tragen der Instrumente und des Equipments sowie beim Überwinden von Ängsten an schwierigen Passagen.

Das Ergebnis dieser Anstrengungen ist ein einzigartiges Werk – sowohl in visueller als auch in musikalischer Hinsicht und fügt sich in die Reihe großer zeitgenössischer, neo-klassischer Kompositionen der Gegenwart ein. Mit dem vielseitigen Klang des Handpans (Hang), verleiht Manu Delago der Musik seinen unverwechselbaren Fingerabdruck. Die fesselnden Melodien und Flächen der Streicher und Bläser gepaart mit den treibenden Rhythmen, die meist ihre Ressourcen in der Umgebung fanden, machen den Einfluss der Natur auch ohne Bild durch das gesamte Werk spürbar.

„Es war für die meisten von uns mit Sicherheit das Extremste, was wir jemals erlebt haben“ denkt Manu Delago an die Tage in den Bergen zurück. „Und am Ende war es ein unglaubliches Gefühl den Gipfel zu erreichen und alle Herausforderungen bestanden zu haben. Die Expedition war eine intensive und verbindende Erfahrung für das gesamte Ensemble.“

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