“What I want is to open up. I want to know what’s inside me. I want everybody to open up. I’m like an imbecile with a can opener in his hand, wondering where to begin – to open up the earth. I know that underneath the mess everything is marvelous. I’m sure of it.” – Henry Miller

Der Nachfolger des gefeierten »Abyss« erscheint am 22.09.17 auf dem U.S. Label Sargent House.

Chelsea Wolfe hat ein neues Album angekündigt. »Hiss Spun«, so der nur bedingt übersetzbare Titel ihrer sechsten LP, wird am 22. September auf Sargent House erscheinen. Auf dem Album wühlt Chelsea Wolfe, die zurzeit durch Europa tourt, noch tiefer im Innersten, um dem Äußeren standhalten zu können: »I wanted to write some sort of escapist music, songs that were just about being in your body, and getting free«, erklärt die Künstlerin. »You’re just bombarded with constant bad news, people getting fucked over and killed for shitty reasons or for no reason at all, and it seems like the world has been in tears for months, and then you remember it’s been fucked for a long time, it’s been fucked since the beginning. It’s overwhelming and I have to write about it.« Einen Hauch von Trost spendet ein Aphorismus aus Henry Millers Roman »Sexus«, der die Ankündigung begleitet. Dort heißt es immerhin auch: »I know that underneath the mess everything is marvelous. I’m sure of it.«

Klanglich ist der rohe, tieftönende Ansatz des zwei Jahre zuvor erschienenen »Abyss« weiterentwickelt worden. An den Gitarren steht ihr dabei wiederholt Troy Van Leeuwen (Queens of the Stone Age, Failure) zur Seite. Dazu ist Aaron Turner (SUMAC, Old Man Gloom) auf dem Albumtrack »Vex« gesanglich vertreten. Wolfes Bandleader Ben Chisholm hat das Ganze mit Klangcollagen aus Prager Baulärm, kalifornischem Kojotenheulen und anderen abseitigen Sounds garniert. Außerdem auf »Hiss Spun« versteckt: das Blättern in einem Walt-Whitman-Buch – akustisch verfremdet, versteht sich.

Die mächtige Vorabsingle »16 Psyche« zeigt, wohin der Weg führen wird – nämlich immer weiter ins dornige Distortion-Dickicht. Krachkönig Kurt Ballou, der unter anderem das letzte Album von Russian Circles produzierte, trug im Studio seinen Teil dazu bei. Sollte die Bezeichnung »Folk« Chelsea Wolfe jemals mehr als nur gestreift haben, dürfte sich die Angelegenheit spätestens mit »Hiss Spun« erledigen: Die Zeichen stehen auf Doom.

Text: Valentin Erning

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